Ich bin kein Fan von Sachbüchern. Vielleicht liegt das an meiner Arbeit, für die ich viele Artikel, Abhandlungen und Sachtexte aus Recherchegründen lesen muss- und auch gerne lese, man lernt ja doch immer noch etwas dazu. Aber in meiner freien Zeit lasse ich mich lieber entführen, lasse mir Geschichten erzählen und tauche gerne in andere Welten und Zeiten ab. Trotzdem habe ich nichts dagegen, wenn ich auch in diesem Fall etwas lerne. Daher war das Buch „Das Verschwinden des Josef Mengele“ genau das richtige für mich. Der französische Schriftsteller Olivier Guez verpackt gründlich und fundierte Recherche in eine Romanform und bringt dem Leser das Leben eines der schlimmsten Naziverbrecher nach seiner Flucht aus Nachkriegs-Deutschland auf eine erzählerische aber auch sachliche Weise fast schon unheimlich nahe. Ein Zitat aus der Inhaltsangabe des Aufbau-Verlags bringt es auf den Punkt: „Dieser preisgekrönte Tatsachenroman von Olivier Guez, der in Frankreich sofort zum Sensationsbesteller wurde, liest sich wie ein rasanter Politthriller und wahrt zugleich die notwendige Distanz.“ Bitte mehr davon, denn so wird Geschichte ganz anders erlebbar und lebendig.
Ein ausführliches Interview über das Buch hat „Deutschlandfunk Kultur“ mit dem Autor geführt.
Mehr über Olivier Guez‘ Bücher findet ihr beim Perlentaucher.
