






Der Ausstellungsraum des „Macro“
Rom! Seit mein Bruder dort lebt, habe ich ein besonderes Verhältnis zu dieser Stadt, die auch abseits der Touristen-Trampelpfade so herrlich viele spannende und abwechslungsreiche Orte zu bieten hat. Gegenüber seiner Wohnung in der Via Nizza liegt das Macro, Museo d’arte contemporane Roma, ein Museum für moderne und zeitgenössische italienische Kunst. Zunächst klassisch in Glas gepackt, sind im Eingang japanisch anmutende Bäume gepflanzt, die den Besucher gleich darauf vorbereiten, dass sich in dem Gebäude viele verschieden Einflüsse miteinander verbinden. Und dann öffnet sich ein Raum, dessen Höhe und Größe alleine schon beeindruckt. In dem Quartier war früher einmal eine Brauerei beheimatet und auf dem Gelände des Museums befand sich der Trakt, in dem das Eis zum Kühlen gelagert wurde. Dieses Ensemble ist wieder einmal ein architektonisch perfekt gelungenes Beispiel, wie man mit Mut und Offenheit Vergangenheit und Moderne harmonisch miteinander verbinden kann- Dank an die französische Architektin Odile Decq (übrigens als Person selbst auch unglaublich spannend- schaut euch unbedingt ihren Werdegang an und was sie schon alles gemacht hat!). Just in dem Moment, in dem wir das Gebäude betreten, beginnt ein Künstler mit seiner Tanzperformance, der Raum ist mit seiner Musik erfüllt und alle Blicke wandern von der bunten Mischung von Gemälden, Fotografien und Skulpturen auf seine Bewegungen. Während er tanzt wandern wir in den oberen Stock, von dem aus man einen beeindruckenden Blick auf die Ausstellungshalle hat- und ich beginne zu begreifen, wie die alten Strukturen dieses Geländes einmal gewesen sein müssen.
Und hier ein paar Fakten: Das Museum wurde 1999 eröffnet und umfasst eine Sammlung von rund 1.200 Kunstwerken mit einem Entstehungszeitraum von 1960 bis in die Gegenwart. Mehr bei Wikipedia und der Homepage des Museums.
Zeitsprung:

Auch auf meiner „must see“-Liste: die „Galleria Borghese“. Mein Bruder warnte mich noch vor: „Da musst du unbedingt das Ticket vorher reservieren!“ Jaja, dachte ich und wollte mich zeitlich nicht festlegen. Inzwischen weiß ich: unbedingt Tickets vorher reservieren!!! Ich hatte nur unglaubliches Glück, denn als ich dort antanzte, um Eintrittskarten für den nächsten Tag zu kaufen, stellte ich fest, dass die gesamte folgende Woche bereits ausgebucht war. Just in dem Moment war eine einzige Karte noch abrufbar. Also entschied ich mich das Kaffee-Trinken mit meinem Bruder zu verschieben und die Chance gerade mal noch eine Stunde durch die Räume zu laufen, anzunehmen. Und es hat sich mehr als gelohnt, denn wer auf Barock steht, dem geht das Herz auf! Und wer nicht auf Barock steht, muss zugeben, dass in dieser Zeit unfassbare Kunstwerke entstanden sind. Hier treffen Gemälde von Caravaggio auf Skulpturen von Bernini. Aber auch die großen Renaissance-Künstler Raffael, Tizian, Bellini oder Cranach sind bis zum Sattsehen vertreten! Zudem sind die Räume an sich schon einen Besuch wert. Die wunderbar dekorierten Räumlichkeiten mit Deckengemälden, kostbaren Marmorverkleidungen sowie Tür-, Tisch- und Wanddekorationen lassen in eine andere Zeit eintauchen- und Parallelen zur Gegenwart ziehen: An einer Decke sind Männer gemalt, die das Gewölbe stützen- mit einer definierten Muskulatur, die heutige Muckibuden-Besucher vor Neid erblassen lassen 😉 Spaß beiseite: die Galerie zählt zu den berühmtesten und wertvollsten privaten Kunstsammlungen der Welt und hat eine hochspannende Geschichte, die Italien und Frankreich nicht unbedingt freundschaftlich miteinander verbindet- Stichwort Napoleon…
Und holt euch den Audioguide – er lohnt sich!
Und wieder ein Zeitsprung:

Auch das dritte Museum möchte ich euch schwer ans Herz legen: die Nationalgalerie. Sie beherbergt die größte Sammlung von Werken italienischer Maler des 19. und 20. Jahrhunderts. Schon alleine das Gebäude ist beeindruckend- erst recht mit den schwarzen Löwen, die momentan auf den Stufen herumlungern und Zwiegespräche mit den antiken Löwenköpfen in den Sockeln der Eingangssäulen zu halten scheinen. Innen erwarten einen gigantisch hohe, lichtdurchflutete Räume. Im Erdgeschoss finden wechselnde Ausstellungen eine Heimat- diesmal mit dem Titel „Time is out of joint“ (das Zitat eines Shakespeare-Verses) eine besonders abwechslungsreiche, spannungsgeladenen und auch sehr witzige Zusammenstellung klassischer und zeitgenössischer Kunst und gleichzeitig ein Dankeschön für die Komplettrenovierung des ganzen Gebäudes (es hängen nebeneinander: Paul Cézanne, Giorgio De Chirico, Marcel Duchamp, Lucio Fontana, Alberto Giacometti, Francesco Hayez, Gustav Klimt, Joseph Kosuth, Jannis Kounellis, Amedeo Modigliani, Piet Mondrian, Vincent van Gogh to Marion Baruch, Cristina Lucas, Adrian Paci, Alessandro Piangiamore, Luca Rento, Sophie Ristelhueber- um nur ein paar zu nennen…). Aber auch die ständige Sammlung ist irgendwie unkonventionell präsentiert. In einem Raum stehen auf einem riesigen Tisch, der wie ein provisorischer Tapeziertisch, zahlreiche größere und kleinere Skulpturen aus verschiedensten Epochen. Jede hat ein preisartiges Schildchen umgehängt, auf dem Künstler, Titel und Entstehungsjahr handschriftlich zu lesen sind. Alleine für diesen Raum kann man locker eine Stunde rechnen, denn es macht großen Spaß, sich durch die Reihen zu raten…

Alle Infos (auch über viele andere Museen): https://www.rom-museum.com










