Ich hasse die Erinnerungs-Funktionen von facebook! Immer diese Aufforderungen: „Feiere deine vierjährige Freundschaft mit xy“, oder „Schau, was du vor xy Jahren gepostet hast!“. Ich gehe immer noch davon aus, dass ich selbst Herr meiner Erinnerungen bin. Eine bestimmte Erinnerung hat mich dann aber doch gefreut. Auf meiner timeline erschien ein Bild von Edward Hopper, das ich in einer Ausstellung in London gesehen hatte. Es zeigt seine Eltern, schweigend an einem Tisch sitzend. Dieses Bild hat mich damals besonders angefasst, weil es so viele Aspekte des Zusammenlebens zeigte.

An Hopper kann man gut sehen, was Poster mit Kunstwerken machen. Als ich vor seinem Swimmingpool-Bild stand (bei dem ich immer sofort zusammenzucke, weil der arme Kerl im Becken mit dem nächsten Beinschlag mit dem Kopf gegen die Wand schlägt und ich ihm immer am liebsten ein „Achtung!“ entgegenrufen möchte – was ja auch im echten Leben vergeblich wäre, würde er doch meine Warnung unter Wasser wohl kaum hören) und zum ersten mal die „echten“ Farben, die Leinwand und seinen Malstil sah, dachte ich: „Mein Gott ist das oldfashioned – und so blass!“ Doch dann tauchte ich immer mehr in seine Welt ein und so langsam verblassten die Hochglanzposter und ich konnte seine Bilder im Original sehen – und auf einmal sind sie modern, einzigartig, neu, spannend!

